2015.03.01 Hinwil

Angeblich darf der L300 nicht mehr gebaut werden, weil der Bus durch sämtliche Crashtests gefallen ist. ESP, Airbag, Seitenaufprallschutz, Gurdstraffer, Knautschzone; vergiss es. Das Auto hat noch nicht mal ABS! Um einen Unfall zu vermeiden (und ein bisschen um die Sau raus zulassen) bin ich heute in Hinwil im TCS Fahrsicherheitszenter.

Der Kurs, 4×4 safety trainig, wird von Roland Vogel organisiert. Er ist der Schweizer Mr. Overland und ich war schon in seinem Buschmechanikkurs. Entsprechend ist die Autoauswahl der Teilnehmer:

Etwa die Hälfte hat Traveltec Aufkleber. Kunos Meinung zum weiss innen oder aussen auf den Reifen ist anscheinend ein Runningag (aussen ist voll schwul, wieso auch immer, und ja: meine sind aussen).

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Es war gut mal das Auto etwas zu quälen. Ich fand es nicht so schwierig. Es gibt Vertrauen hoffentlich das Richtige zu tun in einer Notsituation. Tatsache ist aber auch: ist man zu schnell kann auch die beste Technik und der beste Fahrer nichts mehr machen. Andere haben dann noch einen Airbag, ich darf nicht zu schnell sein.

Hier noch ein Mitschnitt von meiner neuen Dashcam:

Das Funkgerät hat irgendwie Störungen verursacht.

2015.02.20 Horw

Quitschi ist zurück von Traveltech. Der Name passt jetzt aber irgendwie nicht mehr, Kuno und Mathias haben ganze Arbeit geleistet und süss ist das Auto jetzt definitiv nicht mehr. Sieht krass aus mit den grossen Rädern und den MT Bereifung.

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Die Räder sind aber nicht alles. Vorne wurden die Standard 20mm Drehstäbe durch 24mm Drehstäbe vom Hyundai H100 ersetzt. Die passen! Zusätzlich gabs Koni Dämpfer.

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Hinten wurde die Blattfeder mit 5 cm Unterlegt. Mehr als 5 cm ist  anscheinend nicht erlaubt. Eine Verstärkung war hier nicht notwendig da diese Lieferwagen ja eh ausgelegt sind um viel zu laden. Neue bessere Dämpfer gab es aber auch hier. Kuno musste aber kreativ werden mit dem Schweissgerät: Ein passender Dämpfer hat er nicht gefunden.

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Das Auto ist jetzt etwa 7 cm höher, klingt nicht nach viel aber das Auto war ja schon vorher hoch. Es fährt sich auf jeden Fall viel besser: vorher wars ein bisschen wie ein Gummiball. Jetzt ists schön straff.
Eingebaut haben sie auch den Schnorchel von FTS denn ich schon vor einer weile in Taiwan bestellt habe. Die Montage scheint nicht einfach zu sein und ich bin froh habe ich es nicht selber versucht. Das ganze muss ja auch wasserdicht sein sonst nutzts ja nichts. Aber jetzt kann ich schwimmen gehen!

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Auch das Fenster haben sie noch eingebaut. So richtig passts allerdings leider nicht.

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Zusätzlich haben sie noch die Halterung für das Reserverad neu geschweisst: Die 16 Zöller haben nicht mehr rein gepasst. Das hätte ich eigentlich gerne selber gemacht. Oh, und das wichtigste: sie haben es geschafft den Tank dicht zu kriegen!
Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit der Arbeit. Die Aufgabe war ja nicht einfach: sie hatten keine Erfahrung mit dem Auto. Die Arbeit wurde professionell und schnell erledigt. Aber teuer war es, eiei, Qualität kostet natürlich. Aber wenn man ein Budget hat und dieses deutlich überschritten wird ist das nicht so cool. Aber egal: Das Auto ist geil und wird langsam was.

Danke an Kuno und Mathias für die tolle Arbeit.

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2015.01.10 Zürich

Der eine oder andere fragt sich evt. was das soll mit dem Auto. Wofür?! Der Plan war in 6 Monaten von Kapstadt nach Kairo zu fahren mit Geraldine. Auf der Ostroute (durch Kenia, Etiopien und den Sudan) ist das machbar und relativ ungefährlich. Nun, das hat ja nicht geklappt.

Also stand ich vor der Wahl das alleine zu machen oder die Sache abzublasen. Ich habe es in Erwägung gezogen das alleine zu machen, es wäre möglich und weniger verrückt als es klingt, aber 6 Monate alleine reisen wollte ich nicht: zu einsam und zu gefährlich. Also habe ich nach Gruppenreisen gesucht. Es gibt erstaunlich viele Anbieter für diese Strecke, aber alle stellen entweder die Fahrzeuge mit Fahrer oder noch schlimmer: es wird zusammen in einem Offroadbus gereist.

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Schrecklich!

Ich will selber fahren,und ich will nicht monatelang eng mit fremden Leuten verbringen ohne die Möglichkeit mich mal zurückzuziehen. Nennt mich asozial… Zum Glück habe ich den Deutschen Anbieter Offroad Kangaroo gefunden. Jeder fährt selber im eigenen Fahrzeug und ist eigentlich recht individuell unterwegs. Aber die anderen sind immer in Reichweite, per Funk, und man übernachtet gemeinsam. Das gibt natürlich ungemein Sicherheit. Ausserdem werden alle Bewilligungen organisiert, eine Arbeit die ich überhaupt nicht gerne machen würde. Auch fährt ein Führer mit. Der Führer weiss was sich lohnt anzuschauen und was nicht und er kennt die Strecke, das erlaubt es Wege zu fahren die man nie und nimmer finden würde alleine.  Zum Beispiel auf dem ehemaligen Grund des Aaralsees:

Geil!

Kurz, es ist genau was ich gesucht habe, ein Stück individualistisch aber nicht einsam und alleine. Und viel, viel Autofahren, auf Abwegen:-)

Nur, es geht gar nicht nach Afrika. Wenn ich was organisiertes mache dann die schwierige Route: Die Seidenstrasse durch Zentralasien in die Mongolei. Auch wenn es seltsam klingt: Die Route ist meiner Meinung nach schwieriger als Ostafrika.

Treffpunkt ist 1. Juli in Riga und dann wird in 9 Wochen nach Novosibirks gefahren. Alles in allem, von Haustür zu Haustür dürften das 20’000 bis 25’000 Kilometer sein.

Falls ich Gefallen an der Sache finde kann ich Kapstadt-Kairo irgendwann auch alleine machen. Mit der nötigen Erfahrung im Rücken.

2014.12.30 Örlikon

Zurück in der doityourself Garage. Da ich seit Tagen mit einer hartnäckigen Erkältung am kämpfen bin dachte ich ich mach was einfaches und wechsle endlich den lecken Tank aus. Einen neuen Tank gibt es auf ebay, für 200 Euro. 5 Schläuche abziehen, ein Stecker ziehen, 4 Schrauben lösen und der Tank kann herausgenommen werden. 1-2 Stunden Arbeit.

Nach 4 Stunden fluchen habe ich denn völlig verrosteten Tank raus. Jede Schraube hat gekämpft, eine musste ich sogar rausflexen. Das Auto hat tatsächlich ein Rostproblem. Am Schluss war ich von Kopf bis Fuss eingesaut. Eklige dumme Arbeit. Aber jetzt kann ich endlich mehr als 5 Liter aufs mal tanken:-)

Auf der Heimfahrt war ich dann froh um den 4 Rad Antrieb, ich habe noch selten so viel Schnee in Zürich gesehen.

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2014.22.12 Örlikon

Ok, Quitschi ist mein erstes Auto, und natürlich war es total naiv anzunehmen, dass die paar Problemchen die der TCS gefunden hat nur Kleinigkeiten sind. Autoreperaturen kosten grundsätzlich immer ein Vermögen.

Z.b. die Manschetten wechseln auf der Antriebswelle. Das sind so Gummidinger die um das äussere und innere Gelenk der Gelenkwelle befestigt sind. Sind sie porös kommt Sand und Dreck rein: Der sprichwörtliche Sand im Getriebe. Ganz schlecht wenn man viel auf unbefestigten Strassen unterwegs ist. Also auswechseln. Sind ja nur so Gummidinger.

Genau, wie kann man nur so naiv sein. Um die zu wechseln muss die ganze Gelenkwelle raus! Das heisst man muss etwa die halbe Radaufhängung herausnehmen, dann die Radnabe öffnen, dann die Gelenkwelle ausbauen und den auch noch die auseinander nehmen. Nur damit man die neuen Manschetten drüberkriegt. Wer verrückt ist und das gerne mal selber machen möchte findet hier die Anleitung.

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Das ist eine fantastische Übung! Wenn man das kann, kann man die ganze Aufhängung selber reparieren, inklusive Dämpfer und Bremsen. Zum Glück hilft mir Geraldine, und wir gehen in die do it yourself garage in Örlikon. Dort gibt es eine Hebebühne zum mieten, professionelles Werkzeug (tooling ist alles!) und ganz wichtig: Viele Experten und möchtegern Experten die helfen. Ohne unmöglich, denn man muss wissen, wann man pure Gewalt anwenden muss (musch halt drufhaue!) und wann man Gefühl braucht (uhi, nöd so fest!).

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Zusammengefasst: Wir haben in 8 Stunden eine Seite geschafft! Aber wir haben es geschafft. Das Hauptproblem ist, dass alles verhockt und verrostet ist. Man bringt kaum eine Schraube auf. 3 Stück habe ich abgebrochen beim öffnen. Scheisse.  Ich bin stolz und habe extrem viel gelernt. Auch bin ich dankbar für die Hilfe von den vielen freundlichen Freizeitmechs. Ohne sie wäre es unmöglich, es braucht viel Erfahrung. Übung macht den Meister. Vielen dank auch an Geraldine die Tatkräftig drauf gehauen hat. Evt. ist das einfacher wenn es nicht das eigene Auto ist:-)

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2014.11.25 Volketswil

Bevor ich mit einem 13 Jahre alten Auto um die halbe Welt fahre habe ich gedacht ich las das Auto mal durch checken.  Beim TCS gibt es einen Occassionsvolltest, das geht 2.5 Stunden und kostet für Mitglieder sagenhafte 220 Franken. Also habe ich mich mit Quietschi ins TCS Testzentrum in Volketswil begeben.

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Auf dem Weg dorthin ist mir ein genau gleicher L300 auf der Autobahn begegnet, kein Witz, das selbe Blau. Der Fahrer des anderen Wagen hat aufgeschlossen und gehupt und gewinkt. Ja, ich bin jetzt Mitglied eines exklusiven Klubs: “Blaue” L300 Fahrer, wer braucht schon Porsches.

Anyway, ich war ganz schön nervös, wegen dem Test. Der TCS Tester hat sich sichtlich gefreut: “So einer hatten wir als ich die Lehre gemacht habe, 1984, hahahaha.” Als ich sagte, dass ich damit in die Mongolei will hat er gemeint: Das ist wahrscheinlich nicht das dümmste Auto dafür.  Aber ich glaub er war nicht ganz sicher, ob ich Witze mache.

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Ok, also was ist das Fazit:

  • Es quietscht
  • Manschetten an der Vorderachse sind rissig
  • Bremsen vorne sind ungleich, hinten unrund
  • Das Relais der Vorglühspule ist kaputt
  • Zündschloss ist ausgeleiert: Er konnte das Auto mit einem Schraubenzier starten, nicht sicher ob Bug oder Feature
  • Der Kühler ist etwas zerdeppert
  • Keilriemen und Zahnriemen müssen gewechselt werden
  • Die Kupplungsflüssigkeit muss ausgewechselt werden
  • Oh, ja, der Tank ist undicht

An der Karosserie wurde viel geschweisst, es sind so ziemlich alle Bleche ausgewechselt worden, weil durchgerostet. Er fand es lustig, aber er hat gemeint, dass das nicht mal schlecht gemacht wurde. Abdula hat ganze Arbeit geleistet. Alles in allem ist das Auto in hervorragenden Zustand und die Reparaturen alles Kleinigkeiten. Glück gehabt.  Der TCSler hat gemeint Mechanisch ist das Auto unkaputtbar und nur durch Rost zu stoppen, ich werde damit sicher in die Mongolei kommen und zurück.

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2014.10.12 Weite

Nun, dass mein neues Auto wunderschön ist und auch noch geländegängig wissen wir inzwischen. Aber, obwohl es ein Japaner ist, kann es doch sein, dass es mal kaputt geht.  Solange man in Europa ist, ist das nicht weiter tragisch: Versicherung anrufen und eine halbe Stunde später ist der Abschleppdienst da, gratis. Da das in Asien oder Afrika ein bisschen anders funktioniert (nämlich gar nicht) bietet 4×4 Exploring den Buschmechanikkurs an, der heisst wirklich so und der Name ist Programm: Falls etwas kaputt geht, wie kriegt man das Auto wider zum laufen? Zumindest soweit, dass man in die nächste Stadt kommt.

Da diese Kurse immer sehr schnell ausgebucht sind, haben wir das schon vor vielen Monaten gebucht und Geraldine ist auch mit dabei. Wir müssen in aller Herrgottsfrühe raus um an den Arsch der Welt zu fahren, scheinbar gibt es im Mittelland keine Autogaragen…

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Der Kurs ist leider sehr viel Theorie, sehr viel Gerede, wir können kaum selber was machen. Und das obwohl ich extra mein Overall angezogen habe:

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Partnerlook:-)

Das Wichtigste und sicher auch praktischste was wir lernen ist Reifenwechsel und Reparatur. Etwas dass man mit ziemlicher Sicherheit irgendwann mal machen muss. Mit dem richtigen Werkzeug ist das gar nicht so schwer.

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Besonders effektvoll ist wie man den Reifen wider ganz auf die Felge kriegt ohne Spezialwerkzeug: Mit etwas Benzin und einem Feuerzeug:

Partykracher.

Auch cool: Mit 2 Autobatterien, ein bisschen Kabel und Schweisselektroden kann man schweissen. Die Schweissnaht wird allerdings grausam schlecht.

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Der Kurs war lehrreich, ich weiss jetzt wo was am Auto ist. Ich weiss auch etwa was ich beachten muss, damit das Auto gar nicht erst kaputt geht.  Aber ich weiss nach dem Kurs zu wenig um das Auto reparieren zu können. Ich muss mir noch mehr Kurse anschauen, und viel lesen. Zum Glück habe ich im Internet das Reparaturhandbuch für den L300 gefunden.

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Hier noch das coolste Auto am Kurs:

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Das ist ein Pinzgauer mit 3 Achsen.

Am Ende des Kurses bekommen ich mal wider ein Diplom, das scheint ein Ding zu sein mit diesen Diplomen. Die sind natürlich total nutzlos:-)

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2014.10.04 Albisrieden

Da ich plane auf der Reise ein paar (tausend) Fotos zu machen und einfach auch aus Interesse habe ich einen Fotokurs gebucht bei Christoph. Diese Föteler sind alle Freaks. Das ganze ist äusserst technisch und komplex. Einfach nur drauf halten und abdrücken geht natürlich gar nicht. Und alles kostet ein Vermögen, Vollformatkammera 2000, Telle 1500, Stativ 700, Rechner mit akzeptablen Bildschirm 3000, Software 1000. Das ist dann so das Mindeste:-) naja, für ne Nulpe wie mich tut es auch eine Spiegelreflex für 500. Wenn man weiss wie, kann man damit schon mächtig coole Fotos machen. Aber wie gesagt: Blende, Belichtung, ISO, Weissabgleich, Verschlusszeit, Fokus, und dann noch die richtige Bildkomposition im richtigen Moment: alles nicht so einfach und so richtig kann ich mich nicht auf den Kurs konzentrieren.

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2014.09.27 Ederswil

Nachdem ich also ein Auto gekauft habe und behaupte, dass dieser komische Bus geländegängig ist, geht es heute darum das zu beweisen.  Ich bin ganz schön nervös. Ich weiss ja nicht wie gut das Auto wirklich ist. Um das herauszufinden offeriert der Autoclub Schweiz (nein wie spiessig) einen Eintageskurs im Offroad fahren. Natürlich kommen alle mit ihren Landis, Toyotas und, eher exotisch, ein Chevrolet. Mein Auto wird mit Interesse begutachtet. Ich glaube wir sind alle gespannt wie weit ich damit komme.

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Der X5 ist übrigens nicht mitgefahren, der ist mehr was für die Goldküste.

Organisiert wird der Kurs vom ehemaligen Landrover Importeur Gérard Bodenheimer, kurz Che. Welches das beste Auto der Welt ist, ist für ihn natürlich keine Frage. Aber er meint zu meinem L300: “Das isch es geils Auto, häsch kein Scheiss kauft”. Das macht mir dann doch etwas Mut.

Zuerst gibt es quälende 2 Stunden Theorie, dass ich um halb 6 aufstehen musste um an den Arsch der Welt zu fahren macht es nicht besser. Der Arsch der Welt ist übrigens die Motocrosspiste in Ederswil, einer der letzten Orte in der Schweiz wo man noch solche Kurse durchführen darf.

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Che erklärt alles, Diffsperren, Mitteldifferential, ABS, ETC. Auf meine Frage was man macht, wenn man all diesen Schnickschnack nicht hat meint er: “Denn musch eifach immer fest hin und her lenke” Aha, also ganz einfach.

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Nun, ganz so einfach war es dann doch nicht. Aber deswegen bin ich auch hier. Man bewegt ja fast 2 Tonnen durch das Gelände, und wenn man das nicht richtig macht, kann es schon gefährlich werden. Erste Erkenntnis: Die Bremsen sind zum anhalten, die Gangschaltung zum langsamer werden, die Kupplung braucht man nicht wirklich. Eine Übung ist z.b. was wenn man einen steilen Hang hochfährt und der Motor abstirbt? Nicht mit der Bremse runter fahren, nie. Denn wer Bremst kann nicht lenken: Kuppeln, Rückwärtsgang einlegen, von der Kupplung gehen, von der Bremse gehen, beten dass es hält, und dann, den Motor einschalten. Unglaublich, aber das funktioniert:

Das sieht jetzt nicht so steil aus, aber es ist  eine 100% Steigung. Wenn man unten steht glaubt man nicht, dass es möglich ist dort hoch zu fahren, ist aber kein Problem. Runter ist sehr viel schlimmer:

Insgesamt hat sich das Auto sehr gut geschlagen, alle waren überrascht, auch ich. Es ist echt unglaublich was man mit einem Auto machen kann, wenn man weiss wie.

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Erkenntnis Nummer 2 ist übrigens: Bei Wasserdurchfahrten Fenster schliessen. Im Nachhinein klingt das irgendwie logisch…

Ganz ohne Probleme ist es dann aber doch nicht gegangen. Ein mal bin ich komplett stecken geblieben: Alle 4 Räder in der Luft und ich musste die Schmach ertragen und raus gezogen werden.

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Der Grund: Diese doofe Schwelle die das Einsteigen erleichtern soll.

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Die muss weg. Ein zweites mal bin ich im Schlamm stecken geblieben. Aber dort hatte selbst der Landi Probleme:

Che hat ihn wider frei bekommen. Das hätte ich aber nicht geschafft. Evt. hätten bessere Reifen geholfen. Aber ich glaube ohne Diffsperren war dort Schluss, selbst mit den besten Reifen.

Fazit ist: Schwellen weg, bessere Reifen, grössere Räder, und man kommt mit dem Teil überall durch, wo ich durchfahren würde.

Und wenn man dann unbedingt noch etwas mehr möchte muss man sich so etwas zutun:

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Kostenpunkt: 110,000.- Damit kann man 10 Stück von meinem Kaufen, und 9 davon schrotten. Was für ein Blödsinn.

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2014.08.30 Bösingen

Was jeder Overlanderaspirant brauch ist ein Fahrzeug. Natürlich tut es nicht irgendein Fahrzeug, ein passendes zu finden ist schwierig. Grundsätzlich gibt es folgende Arten: Motorrad, Offroadjeep, Lastwagen, Van, Fahrrad. Motorrad ist hart, sehr hart, das macht man nicht einfach so. Von Ewan McGregor (der drauf scheisst Schotte zu sein) gibt es eine wunderbare Dokumentation dazu, Long way round (von Schottland nach NY über Alaska) und Long way down (von Schottland bis Kapstadt). Sicher was für fortgeschrittene und mit Begleitfahrzeug.

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Fahrrad: Ähm, nein.

Lastwagen, kann ich nicht fahren, ist zu teuer und übertrieben. Ein Lastwagen! WTF?

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Offroadjeep: Landrover Defender, Toyota Hilux, Nissan Patrol, Mitsubishi Pajero. Das sind alles gute Fahrzeuge, mit denen kommt man fast überall durch. Der Nachteil ist, sie sind teuer, sie brauchen absurd viel Sprit und man kann nicht in ihnen Schlafen, ein Dachzelt ist das höchste der Gefühle. Ein halbes Jahr in einem Zelt schlafen klingt nicht verlockend. Aber der Hauptgrund: Ich will keinen solchen Kampfpanzer. Ich finde es einfach unsympathisch.

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Also Van, wie ein richtiger Hippie. Es gibt gefühlte 1000 verschiedene Arten von Vans. Wenn man aber ein Offroadfähigen will braucht man mindestens 4 Rad, was die Auswahl schon mal stark einschränkt, und wenn man auch noch kein Vermögen ausgeben möchte gibts nicht mehr so viele. Anforderungen an einen Van:

  • 4 Rad
  • Hohe Bodenfreiheit
  • Geeignet für Flussdurchfahrten
  • Diesel
  • Gross genug um darin zu schlafen, aber kein Ungetüm
  • Bezahlbar
  • Zuverlässig
  • Leicht zu reparieren, auch am Arsch der Welt
  • Irgendwie solls auch ein bisschen hübsch aussehen

Das perfekte Auto dafür ist offensichtlich ein T3 syncro

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Beim T3 bedeutet syncro einfach 4 Rad Antrieb. Der T3 hat sogar permanenter 4 Rad, dank einer Viskosekupplung an der Vorderachse. Für ein mindestens 20 Jahre altes Fahrzeug beeindruckend. Den T3 gibt es sogar mit Differentialsperren an Vorder- und Hinterachse, das war zwar nicht Serie, aber das gibts nicht so selten. Der T3 hat auch einen recht simplen Motor, Luftgekühlt, kaum Elektrik, kaum Elektronik, einfach zu reparieren. Das beste aber: Es gibt eine grosse Community zum Auto, man findet einfach jede Information, und wenn nicht gibt es Foren um zu Fragen. Es ist ein gutes Fahrzeug und jedes möchtegernhippies Traum.

Aber, der T3 ist kurz davor offiziell ein Oldtimer zu werden. Die jüngsten sind 20 Jahre alt, und diese kosten viel zu viel für viel zu wenig Auto. Denn der T3 ist eine lahme Krücke mit dem Motor am falschen Ort: Hinten. Wer baut hinten einen Motor ein?! In einen Lieferwagen! Man will doch von hinten einen Lieferwagen beladen, geht aber nicht so richtig weil dort ist der Motor. Das nimmt enorm Platz weg. Ein anderer Nachteil sieht man am Bild oben: Die Räder sind winzig im Vergleich zum Fahrzeug, schlecht für die Bodenfreiheit. Es gibt zwar eine 16 Zoll Version vom T3, die ist aber so selten, dass sie schon fast Sammlerwert hat. Der Hauptnachteil ist aber: Es gibt einfach zu wenig davon in der Schweiz. In Europa sieht es besser aus, aber ein solches Auto in die Schweiz zu importieren, ist praktisch unmöglich. Also ich habe lange gesucht aber einfach kein akzeptabler gefunden.

Also Plan B: Mitsubishi L300.

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Den kennt zwar keine Sau, aber das ist scheinbar ein richtig gutes Auto. 2.5 Liter Diesel Mittelmotor, mit zuschaltbarem 4 Rad Antrieb und Geländeuntersetzung, kombiniert mit Japanischer Zuverlässigkeit. Den gibts serienmässig mit 15 Zoll, aber es gehen anscheinend 16 Zöller drauf. Aus so einem kann man mit relativ wenig Aufwand einen Fahrzeug machen womit man fast überall durch kommt. Denn es basiert auf dem Pajero:

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Ich finde ihn auch irgendwie schnucklig, und es gibt ziemlich viele davon in der Schweiz in gutem Zustand zu fairen Preisen.

Natürlich hat auch der Nachteile: Es gibt keine Sperren dafür, was schlecht ist. Auch hat der scheinbar kein Mitteldifferential, ist aber nicht schlimm, man darf einfach den 4 Rad nur auf unbefestigten Strassen einschalten. Der Tank ist zu klein und es gibt keinen grösseren Tank dafür. Er wird nicht mehr gebaut: Bei allen Crashtests hat er so schlecht abgeschnitten, dass eine Zulassung nicht mehr möglich war. Was kein Problem ist, solange man keinen Unfall hat:-) Der Hauptnachteil: Er ist sehr klein. Die Kurz Version ist so klein, dass man gerade knapp ein Bett rein kriegt in der Länge. Die lang Version ist ganze 40 cm länger, klingt nach wenig aber macht doch einen grossen unterschied. Aber um zu zweit zu reisen ist der zu klein, das Problem hat sich ja aber von selbst erledigt.

Also bin ich nach Bösingen und habe von Abdula diesen Traum in Blau gekauft:

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Der hat 80000 km und ist “nur” 13 Jahre alt und soweit ein Laie wie ich der mit einer Taschenlampe unter einem Auto kriecht das beurteilen kann: Der ist in einwandfreien Zustand. MFK, Service, Garantie und wer würde einem Mann der Abdula heisst schon nicht vertrauen? Eben.

Leider ist er blau und hat keine Fenstern hinten. Aber Till hatte die geniale Idee, einfach die Türen zu wechseln und welche mit Fenstern zu nehmen. Und irgendwie kriegen wir den auch noch schön mit dem Folienschneider.