Erkenntnis Nummer 1: Deutschland ist verdammt gross. Auf der Autobahn fahre ich stundenlang Richtung Norden und komme scheinbar doch nicht vorwärts. Erkenntnis Nummer 2: Deutsche Autobahnen sind absolut lebensgefährlich. Links fahren sie bei jedem Wetter 200, rechts fährt Lastwagen an Lastwagen und ich dazwischen. Wenn ich mehr als 2 Wagenlängen zum Lastwagen vor mir lasse überholt mich der Lastwagen von hinten! Ich habe keine 16 Räder und einen Bremsassistenten! Sie wollen Windschatten fahren um ein paar Liter Diesel zu sparen, und die sind mehr wert als mein Leben. Kranke Welt. Also runter von der Autobahn.

Das ist eh besser so. Denn nur Überland sieht man solch fantastische Dinge wie das Dürkheimer Riesenfass.

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Aber was sie tatsächlich tolles haben in Dürkheim ist ein gigantischer Gradierbau aus Holz welche durch Verdunstung aus 3%igem Salzwasser 12%iges macht. Darin kann man dann baden. Scheinbar beliebt und soll gesund sein. Allerdings nicht wenn man den entstandene Flüssigkeitsverlust mit Wein aus dem Riesenfass wider ausgleicht.

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Aber nach Dürkheime wollte ich gar nicht, sondern nach Rüdesheim am Rhein. Das ist der südöstliche Eingang zum Mittelrheintal, UNESCO Weltkulturerbe, selbstverständlich. Im  Dorf gibt eine seltsame Mischung: Ca 80% Rentner und 20% Rocker, denn am Wochenende findet eines der grössten Harleytreffen der Welt statt: 35000 Motorräder werden erwartet.

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Mir ist das Wurst (naja, die Harleyfahrer sind ganz nett und finden meine “Karre voll verschärft”). Ich laufe in der Abenddämmerung durch die Weinberge hoch zum Niederwalddenkmal Ganz wunderbar!

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Am nächsten Morgen fahre ich dem Rhein entlang, an der Lorelei vorbei, die engste Stelle des Rheins, bis nach Koblenz.

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Dort wage ich mich wider auf die Autobahn, ich gebe Quitschi die Sporen und mit 110(!!!) kann ich mich mehr oder weniger elegant zwischen den Lastwagen durchschlängeln. Das ist zwar anstrengend aber weniger gefährlich. Und dank den AT Reifen brauche ich rund 30% weniger Diesel als mit den MT, selbst bei diesen “Geschwindigkeiten”

Gegen 5 Uhr sehe ich Harz angeschrieben. Ich denke: Mmm, auch schon gehört. Also runter von der Autobahn und auf den best bewerteten Campingplatz: Kreuzeck bei Hahnenklee. Idyllisch an einem See gelegen, inmitten eines UNESCO Weltkulturerbe (selbstverständlich).

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Hahnenklee hat sogar ein Skigebiet. Naja, ein Hügel und ein, nein zwei, Sessellifte.
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Auf dem Zeltplatz erklärt mir jemand, dass das für die Norddeutschen ist, denn nach dem Harz “Gebirge” ist es nur noch flach. Und tatsächlich, am nächsten Tag fahre ich bis Wolfsburg und es wird immer flacher, unendliche Wälder (gesäumt von Liebesdienerinnen in Campern, hier campe ich besser nicht wild) ziehen an mir vorbei.

Aus Wolfsburg kommt VW, und dort gibt es die sogenannte Autostadt, mit 2.5 Millionen Besuchern pro Jahr das meist besuchte Werksmuseum der Welt. Und da ich ja ein Petrol Head bin kann ich da nicht vorbei fahren. Ehrlich gesagt: Enttäuschend. Das faszinierendste an den heutigen Autos ist meiner Meinung nach nicht das Auto sondern die Produktion. Die ist hi-tech. Das Auto an sich ist commodity.  Evt. wäre eine Werksführung die bessere Wahl gewesen. Nun ja, sie haben aber schon ein paar coole Karren rumstehen.

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Danach fahre ich auf einen Camping in der Lüneburger Heide, nicht mal Weltkulturerbe ist das. Ich werde trotzdem gut schlafen, denn neben all den Sehenswürdigkeiten habe ich noch 1100 Km gemacht, was anstrengend ist mit Quitschi.

Ah, ja, was man sich auch mal anschauen sollte: Celle, Wahnsinn:

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