Eigentlich wollte ich von Wolfsburg gleich bis nach Dänemark durchfahren. Aber in Nordfriesland sehe ich Sylt auf dem Navi auftauchen, und da hats ne Strasse rüber! Ausserdem ists natürlich UNESCO Weltkulturerbe. Naja, nicht Sylt, aber das Wattenmeer drum rum.

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Auf der Touristeninfo erklären sie mir dann, dass da keine Strasse ist, ich muss auf den Zug verladen. Ich glaub die halten mich für bescheuert, aber ich erkläre ihnen, dass ich halt aus einem Binnenland komme, worauf sie verständnisvoll nicken. Anyway, ich muss dort rüber, denn wenn die Ärzte darüber singen dann muss doch was dran sein:

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Auf Sylt, das grösser ist als ich gedacht habe, fahre ich bis zum Südzipfel, dort hats ein Camping. Vor dem Camping hats ne geschlossene Barriere. Ich drücke auf den Gegensprechknopf (den friesischen Dialekt müsst ihr euch denken)

  • Jaaaaa, wat denn?
  • Ich würde gerne die Nacht hier verbringen
  • Jaaaaa, und jeeezt?
  • Die Barriere ist zu.
  • Jaaa, wir haben ja schon zu
  • Es ist viertel nach sechs
  • Jaaa, ohne voranmeldung tut hier eigentlich gar nichts gehen
  • Ja, und jetzt?
  • Unverständliches Gemurmel ich nehme an auf platt also ich mach das Tor auf, fahr irgendwo hin.

Friesisch herb. Dafür war es dann gratis. Aber hey: Meer!

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Am nächsten Tag will ich durch Dänemark bis nach Malmö fahren. Aber irgendwas stimmt nicht. Ich fühle mich wahnsinnig müde und mein Magen rebelliert. Vermutlich fordert das Raststättenessen seinen Tribut.

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Unmittelbar vor der Storebælts Brücke halte ich und schlafe eine Stunde. Danach fühle ich mich wie erschlagen. Ich beschliesse nicht weiter zu fahren. Die dänischen Autobahnen sind zwar 100 mal angenehmer als die deutschen. Aber ich will mein Glück nicht herausfordern. Ausserdem erkenne ich, dass ich an einem ziemlich abgefahrenen Ort gelandet bin.

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Die Storebaelts Brücke wurde 1998 eröffnet. Sie ist das grösste Bauprojekt Dänemarks aller Zeiten und mit einer 1624 Meter langen Spannweite die 3 grösste Brücke der Welt. Vergleichbar wohl mit dem Bau der Neat für die Schweizer. Vor 1998 gab es ein Fährverbindung. Der Hafen liegt jetzt verlassen und zurückgebaut da. Ich laufe ein mal um das ehemalige Hafenbecken und zurück. Ein Paradis für Fischer und Surfer.

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Auf der kleine Wanderung entdecke ich ein abgelegenes ruhiges Plätzen wo ich die Nacht verbringe.

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Am nächsten Morgen geht es mir schon etwas besser und ich fahre die kurze Strecke bis Malmö. Unterbrochen nur von einem ganz klitzekleinen Museumsbesuch im Vikingerdorf.

Schweden. At last!

One thought on “2015.06.05 – 2015.06.06 Up North”

  1. Was wird wohl das nächste UNESCO Weltkulturerbe sein die du brauchst?
    Schöne Bilder!
    Viel Spass!

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