Das ist jetzt das achte Land innerhalb eines Monats welches ich besuche. Ein Australier, dem ich mal vorgeschwärmt habe wie toll sein Land sei, erklärte mir, in Australien zu leben sei scheisse, man kann ja nirgends hin. Wir Schweizer hingegen würden mitten in Europa leben und können dutzende Kulturen besuchen, mit dem Auto! Zum einen hat er recht: Europa ist fantastisch! In einem Monat musste ich nicht ein mal meinen Pass zeigen und ich habe nie eine “richtige” Grenze passieren müssen. Europa ist heute eine grosse Familie, dank der EU. Zum anderen hatte er nicht recht: Das geographische Zentrum Europas liegt in Litauen, fast 2000 km östlich der Schweiz. Wer hätte es gedacht? Evt. war Bushs Blickwinkel auf Europa doch nicht so falsch.

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In Litauen gibt es aber nicht nur das Zentrum Europas zu sehen (welches ich mir ehrlich gesagt gar nicht angeschaut habe). Beeindruckend ist zum Beispiel der Berg der Kreuze. 100’000e von Kreuze sind hier aufgestellt worden. Unter anderem als friedlicher Protest gegen die Sovietbesatzung. Die Soviets haben dann auch drei mal den Hügel plattgewalzt.

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Zwei Nächte verbringe ich im Labanoro Nationalpark, der grösste Nationalpark in Litauen. Und wirklich sehr schön. Aber der Weiterreiste ist verwöhnt: Natürlich kann es nicht mit Schweden mithalten. Und mit Schweden meine ich etwa jeder beliebige Tümpel dort. Ich finde einen ganz wunderbaren Camping, wild aber nicht illegal. Um ca 11 Uhr abends taucht die Dorfjugend auf. Der König von ihnen hat sich eine 120 Watt Anlage in seinen Seat Leon einbauen lassen. Leute die so etwas machen haben selten einen guten Musikgeschmack… Ich sehne mich zurück nach der schwedischen Zurückhaltung und der Einsamkeit. Nun, der Park liegt nur knapp 80 Km von der Hauptstadt entfernt und am Wochenende strömen angeblich die Leute hier hoch und machen Party. Der ganze Platz, jetzt noch fast unbesetzt (abgesehen von den Quotendeutschen), ist komplett reserviert fürs Wochenende. Ich gehe ein bisschen Wandern und schaue mir so fantastische Dinge wie das Honigbienenzuchtmuseum an.

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Ich will aber Donnerstag/Freitag nach Vilnius. Die Stadt wurde mir wärmsten empfohlen von den zwei Weissrussen die Marc und ich in Riga kennengelernt haben. Eigentlich mag ich Städte nicht mehr so. Für mich sind die alle irgendwie gleich. Was sicherlich an meiner mangelhaften Kenntnis von Geschichte und Architektur liegt. Aber Vilnius ist nett (Weltkulturerbe, alles!!). Und es ist endlich Sommer. Angenehme 25 Grad:-P Ich checke ein im Hostel Jamaika. 2 Nächte im 10er Schlag kosten 12 Euro. Der Parkplatz für Quitschi kostet im gleichen Zeitraum 24 Euro. Als ich das Bett sehe beschleicht mich das Gefühl, dass Quitschi auch besser schlafen wird (note to self: I’m an old men).20150702_667

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Das schönste in Vilnius fand ich die freie Republik Uzupis. Ein Stadtteil der sich Unabhängig erklärt hat, mit eigener Verfassung. Natürlich nicht ganz ernst gemeint. Aber trotzdem ein klares Statement gegen die fortschreitende Kommerzialisierung und Gentrifizierung des Stadtzentrums (die natürlich auch hier unaufhaltsam ist).wpid-wp-1435867821290.jpeg

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Am Samstag fahre ich dann bis Polen weiter. Ein kleiner Umweg bringt mich an einer bekannten Wasserburg vorbei und am Sovietdenkmalmuseum in Druskininkai. Jemand hat die Statuen die nach der Wende abgebaut wurden gesammelt und in einem Park aufgestellt. Ich bin mässig Beeindruckt.

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Inzwischen ist es auch hier unangenehm heiss und als ich aus Druskininkai herausfahre traue ich meinen Augen kaum:

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Es ist wunderbare minus 5 Grad auf der 450 Meter langen Piste. Ich bin schwer beeindruckt. Von der Piste aber auch von Litauen. Und ich wurde nicht ein einziges mal ausgeraubt! Unglaublich!!!