Ach Deutschland. Deutschland ist ein bisschen wie eine unerwiderte Liebe für mich: ich finds toll hier. Aber die Deutschen scheinen Mühe mit mir zu haben. Irgendwie habe ich noch nicht heraus gefunden wie man die anpacken muss. Am Anfang der Reise fand ich das noch amüsant, aber wie schon geschrieben: der Weitgereiste ist verwöhnt und jetzt nervt es mich. Zum Beispiel wollte ich unbedingt die unter Kletterer berühmt-berüchtigten Elbsandsteinfellsen in der Sächsischen Schweiz anschauen gehen. Bei der imposanten Festung Königstein gibt es eine Touriinfo. Ich wie immer ohne jeden Plan rein:

  • Kann ich ihnen helfen?
  • Ja guten Tag, ich würde gerne wandern gehen. Haben sie eine Wanderkarte?
  • Uhhh, wir haben ganz viele Wanderkarten. Dort, und dort, und dort. 30000er, 60000er, 25000er.

Irgendwie kann ich mir nicht helfen und muss in den Klugscheissermodus wechseln:

  • Ich möchte die mit der schönsten Wanderung.
  • Ohhh, die sind alle wunderschön.
  • Ok, ich möchte die schönste die ich an einem Tag machen kann.
  • Ein Tag?!? Das geht nicht! An einem Tag können Sie sich die Festung anschauen, mehr nicht.

Der junge Deutsche der hinter mir in der Schlange steht weiss zum Glück wie es richtig gemacht wird:

  • ICH WILL DEN ELBSANDSTEIN SEHEN!

platzt es aus ihm heraus.

  • Ah, dann fahren sie am besten runter nach Rahten und nehmen die Fähre über die Elbe. Dort gibt es tolle Rundwanderwege verschiedener Länge. Das können sie gut an einem Tag machen.

Echt jetzt?! Wieso? Ich weiss bis heute nicht was ich falsch gemacht habe.

Anyway, ich besichtige dann also die Festung UND mache eine Rundwanderung, alles in einem halben Tag, easy.

20150710_748

20150710_749

20150710_750

20150710_757

20150710_759

Aber vorher war ich ja noch eine Nacht in Dresden. Die Altstadt von Dresden ist gewaltig: ein Barockfeuerwerk am andern, perfekt restauriert und komplett zu Tode aufgewertet.

20150709_727_01

20150709_734

20150709_735

20150709_738

20150709_737

Mein Hostel befindet sich zum Glück in der Äusseren Neustadt, dem Szeneviertel schlechthin. Hier gefällt es mir. Ich komme aus dem Staunen über die vielen coolen Bars, Restaurants, Cafés, Biergärten und Leute gar nicht mehr raus. Hier hat sich noch kein Immobilienspekulant verwirklicht. Interessant ist, dass in Sachsen eine regelrechte Landflucht im gange ist: wer nicht alt oder Neonazi ist zieht nach Dresden oder Leipzig, die einzigen Kreise mit Bevölkerungswachstum. Entsprechend jung und alternative geht es hier zu: nur nicht so sein wie die vom Land, nur nicht PEGIDA.

20150709_723_01

20150709_725

20150709_730

20150709_733

20150709_743

20150709_744

20150709_746

20150710_001

Ich glaube auch das Viertel hat die höchste Dichte von Campervans der Welt, ich hab noch nie so viele T3 gesehen…

Nun, man muss fairerweise anmerken, dass die ganze Hippiekacke auch Probleme mit sich bringt:

20150709_724

Und dann sehe ich SIE, die Liebe meines Lebens, Isabella:

20150709_724_01

Was für ein geiler Vorbau! So einen will ich auch.

Von der Sächsischen Schweiz fahre ich dann weiter Richtung Regensburg. Der schnellste Weg führt eigentlich zurück über Dresden, aber mir graut vor den deutschen Autobahnen und so fahre ich den direkten Weg über Tschechien. Irgendwann gegen 6 Uhr fahre ich durch ein wunderbares Flusstal. Ich entscheide spontan hier die Nacht zu verbringen. +1 Land.

Am nächsten morgen fahre ich nach Regensburg wo ich a zümpftige Brotzeit zu mir nehme. Das letzte UNESCO Weltkulturerbe auf dieser Reise, denn es ist nun definitiv Zeit heimzukehren. Schön wars, aber am schönsten ist es ja bekanntlich zuhause:

Naja, inzwischen lebt er nicht mehr hier:-)

Ich bedanke mich bei allen die diese Reise möglich gemacht haben: Bei meinem treuen Begleiter Quitschi, meinem (fast) unfehlbaren Beifahrer dem Garmin Navi, das beweist, dass IT auch einfach funktionieren kann, bei meiner Familie, bei Till, bei Mäge, bei Herrn Resegatti, der nicht zuviel versprochen hat, bei allen Litauern, weil sie mich nicht ausgeraubt haben, bei allen lieben Menschen deren Wege ich kreuzen durfte  und bei allen meinen treuen Lesern.

Danke!

Hier noch eine Karte mit der ganzen Reise, knapp 8000 Kilometer:

2 thoughts on “2015.07.09-2015.07.11 Deutschland”

  1. Hoi Benno

    Danke das du uns auch auf deine Reise mitgenommen hast und für den gelungenen Abschlusskommentar über mein Heimatland und insbesondere das Heimatbundesland Sachsen meiner Frau

    Lieber Gruss
    Florian

Comments are closed.